KulturLandschaftsPortal Thüringen
Kulturlandschaftsforschung im regionalen und europäischen Kontext

Relikte der Flößerei an Saale, Lütsche-Flößgraben und Leinakanal

Ausgebrannter Stein im Zuge des ehemaligen Lütsche-Flößgrabens
Arbeitsgruppe Flößerei
Leinakanal

Bis ins 19. Jahrhundert hat die Flößerei auf vielen Fließgewässern des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges eine wichtige wirtschaftliche Rolle gespielt. Die einfachste Art des Holztransportes auf dem Wasser war die auf Bächen und kleinen Flüssen betriebene Wildflößerei (Trift). Dabei wurden zersägte Holzscheite geringer Länge in das Wasser geworfen und mit der Strömung verfrachtet. Sie wurden überwiegend als Brennholz verkauft. Auf Saale und Werra und zum Transport auf längeren Strecken betrieb man die Langholzflößerei. Hierbei wurden ganze Stämme, die vor allem als Bau- und Schiffsholz verwendet wurden, partienweise zu Flößen zusammengefügt und Hunderte Kilometer weit flußabwärts geflößt. Saale-Flöße gingen bis in den Raum Halle. Die Flößerei veränderte auch die Kulturlandschaft: Der Thüringer Wald wurde durch den enormen Holzbedarf stellenweise kahl geschlagen; Bäche und Flüsse wurden ausgebaut, Flößteiche als Wasserspeicher angelegt. Im Master-Projekt "Kulturlandschaftsentwicklung" erfolgte im Sommersemester 2016 durch drei studentische Arbeitsgruppen eine Analyse der historischen Entwicklung sowie der noch vorhandenen Spuren und Relikte der Flößerei am Beispiel der Saale-Flößerei, des Lütsche-Flößgrabens und des Leinakanals. 

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